| Das
Werkverzeichnis
Im Panisken-Verlag
ist die Monographie zu Erich F. Reuter erschienen (ISBN-Nr. 3-935965-02-8).
Laufende Ergänzungen und Aktualisierungen dazu finden Sie hier.
Bei jedem Werkverzeichnis entsteht mit der Zeit aufgrund
neu gewonnner Informationen die Notwendigkeit, Ergänzungen und
Aktualisierungen vorzunehmen. Dieser Bedarf kann schon während
der Drucklegung zum Vorschein kommen und wird sich auch Jahrzehnte nach
Publikation der Erstauflage nicht erschöpft haben.
Mit dem Erscheinen einer Neuauflage ist bei einem
„Kunst-Buch“ nicht allzu häufig zu rechnen. Wir haben
uns daher erlaubt, die Möglichkeiten des Internets zwecks fortlaufender
Aktualisierung des Katalogtextes zu nutzen, ohne dabei den Erwerb des
Druckwerkes überflüssig zu machen, (dessen Inhalt ja auch
weit über ein bloßes Werkverzeichnis hinausgeht).
Alle
Nachträge zum Download (Stand November 2011) |
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| Nachträge |
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| auch »Liegender«
1948 (Ausst.-Kat. Berlin 49)
Länge: 10 A) 145 cm und 10 B) 100 cm, Höhe: 41 cm
Bronze
Die erste Plastik, bei der Reuter mit der Formensprache
der gegenständlichen Kunst der 50er Jahre deutlich hervortritt,
noch typischer dann in den folgenden Arbeiten, die stets von dem
Thema „der Mensch“ inspiriert sind. Die abgebildete
Zeichnung ist mit 1949 datiert.
Güsse: (geändert 30.01.07) Die Plastik
erschien erstmals 1949 in der Berliner Galerie Franz, laut Katalogtext
bereits als Bronzeguss (abgebildet ist ein Gips) Länge 145
cm. Die Herkunft des 1960 in Hannover und Düren gezeigten
Gusses ist nicht sicher eruierbar, eventuell lässt sich ein
1958 bei H. Noack verzeichneter Auftrag zuordnen. Ein 2004 aufgetauchtes
Exemplar (Auktionshaus Hauswedell und Nolte, Hamburg) ist signiert,
mit einer Auflagennummerierung „I/III“ bezeichnet
und trägt den Gießerstempel „BARTH BRITZ BLN“,
eine Stempelung, die nur zwischen 1960 und 1969 verwendet wurde,
bevor der Betrieb nach Rinteln umzog. Bei der Gießerei BARTH/Rinteln
sind 1977 und 1983 zwei Güsse einer nunmehr für fünf
Exemplare ausgewiesenen Auflage hergestellt worden, ein dritter
posthum 1999. Ein Exemplar steht seit 1983 an der Grabstelle der
zweiten Ehefrau Bärbel Reuter in Altenkrempe/Holstein. Das
andere verblieb in der Sammlung des gemeinsamen Sohnes. (Stempel
„GUSS BARTH RINTELN“, Monogramm „E F R II/V“).
Ausstellungen, Auktionen:
1949 Galerie Franz, Berlin (145 cm, Bronze?)
1952 Gal. Gerd Rosen, Berlin (Gips)
1960 Kestner-Ges. Hannover
Leopold- Hoesch-Museum, Düren (100 cm)
1966 Gal. Gattlen, Lausanne »Jeune Homme couché«,
100 cm, Bronze
1981 Galerie W. Kunze, Berlin (NBK) Kat.-S. 54
1999 Wrangelschlößchen, Berlin, Exp. Nr. 16 (100 cm)
2004 Auktionshaus Hauswedell und Nolte, Hamburg (100 cm)
Literatur: Ausst.-Kat: Berlin 49; Hannover
60, Lausanne 66, NBK 81 |
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auch „Sinnende“
1949 (Ausst.-Kat. Berlin 49)
32 cm
12 A: Linke Hand auf linkem Knie (1949)
12 B: Linke Hand auf rechtem Knie (1954)
12 C: Linke Hand zwischen den Knieen (1956)
Gips, Bronze |
Die Plastik erschien
1949 in der Berliner Galerie Franz als unbenannter Teil einer
„Gruppe“. Als Einzelplastik hat das Motiv seitdem
viele Freunde gefunden, da es besonders stark jene Formensprache
der „fifties“ verkörperte, noch deutlicher als
in der Gestaltung der männlichen Körper, etwa im „Gespräch“
oder bei den diversen „Jünglingen“. Haltung und
Gestus drücken Sehnsucht, Niedergeschlagenheit, auch Kontemplation
aus.
Wie zunächst übersehen, entstanden
drei Varianten, die von der Position der linken Hand abhängen.
Der Gipsguss 12 A fand sich im Nachlass der zweiten Ehefrau des
Künstlers und eines Bonner Architekten. Bei Variante 12 B
ist außerdem das linke Bein gestreckt. Der Gips ist mit
„E. F. Reuter 1954“ signiert, nebst Widmung „für
Sabine“. (bis 2005 in Berliner Privatbesitz, jetzt in Heidelberg).
Güsse: Ein Bronzeguss unbekannter Herkunft
(datiert 1956) wurde 1966 in der Galerie Gattlen (Lausanne) unter
dem Titel „Mélancolie“ ausgestellt, 1981 einer
(12 C) bei der Retrospektive des NBK in Berlin.
1983 wurden drei weitere Exemplare bei H. Noack, Berlin gefertigt.
1999-2003 erfolgten bei der Gießerei W. Hann (Altlandsberg)
fünf posthume Güsse vom Modell 12 A im Rahmen einer
vom Erben H. C. Reuter verfügten Auflage von neun. (mit Monogramm,
Nummerierung und Gießerstempel „HANN“, im Besitz
eines Berliner Kunsthändlers), ein weiterer ist für
1999 bei H. Noack verzeichnet. Zum Modell 12 B wurde kein Guss
ermittelt.
Nachtrag 2010: Ein Guss (12 A, signiert) aus der Berliner Werkstatt
Richard Barth wurde im Dezember 2010 im Kunsthandel Irene Lehr
in Berlin ausgestellt. Ein zugehöriges Gussdatum fand sich
hierzu nicht. Eventuell ist das Exemplar mit dem in Lausanne identisch.
Foto:Stephan Schiske |
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| 1949 (Ausst.-Kat. Berlin 49)
69 cm (Nr. 13 A), 103 cm (Nr. 13 B)
Bronze
1949 erscheint der „stehende Mann, den
rechten Arm über dem Kopf angewinkelt“ (so der Titel
im Auktionshaus Leo Spik, im März 2000) noch als unbenannter
Teil einer Skulpturengruppe. (zus. mit Kat. 12). Nach der Gestik
hat er etwas zu verkünden. Reuter ließ es offen, ob
es sich um einen „Propheten“ handelt, oder um einen
„Rufer“, oder blos um einen profanen Ausrufer. Der
Titel „der Prophet“ erscheint 1957 erstmals im Katalog
zur Ausstellung der Galerie Anja Bremer, die sich ab Mitte der
Fünfziger Jahre Reuters Schaffen annahm. 1977 wurde eine
1961 gegossene größere Version (103 cm) im Sender Freies
Berlin ausgestellt, bei der Retrospektive des NBK 1981 in der
Galerie W. Kunze noch einmal
Güsse (aktualisiert 12. 07. 07): Nr. 13. A: 69 cm hohe Version
bei H. Noack, 1951; Nr. 13. B: 100 cm hohe Version 1955 (bei H.
Noack für 1961 verzeichnet). Ein dritter und wahrsch. ein
vierter Guss ist 1981 bei H. Noack verzeichnet. Ein weiterer Guss
stammt aus der Gießerei Wilhelm Füssel und ist mit
„Reuter II“ gekennzeichnet. Diese Berliner Bildgießerei
stellte 1991 ihren Betrieb ein. Das Gussdatum und mögliche
weitere Güsse lassen sich nicht mehr eruieren, da keine Auftragslisten
hinterlassen wurden. Füssel wurde von Reuter ansonsten nur
ein Mal (für Kat. 97) beauftragt (1962).
Die Exemplare befinden sich in Privatbesitz, das Modell verblieb
im Nachlass.
Ausstellungen:
1949 Berlin (13 A)
1957 Berlin
1977 Berlin (Internationale Funkausstellung, 13 B)
1981 Berlin (13 B).
2000 Berlin (Auktionshaus Leo Spik, 13 A)
Literatur: Ausst.-Kat. Berlin 49, Berlin
57, Berlin 77, NBK 81.Bauer, A. 1981 |
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| 1950
(Gertz, U. Berlin, 1953)
83 cm (mit Plinthe)
Bronze
(Neufassung Juli 2011) Zu dem im Buch abgebildeten
und mit 1950 datierten Gipsmodell (entnommen U. Gertz 1953) ist
kein Bronzeguss bekannt geworden. Bekannter wurde eine nicht datierte,
vermutlich spätere Variante 17 B mit völliger Weglassung
der rechten oberen Extremität, wie erkennbar auf dem Atelierfoto
von 1957 (S. 63). Der hier im Nachtrag dokumentierte Bronzeguss
aus einer Sammlung in Würzburg stammt von R. Barth von 1960
und ist eventuell identisch mit Exponat Nr. 2 „Danseuse“
aus der Ausstellung 1963 in Lausanne, der auch 1960 in der Kestner
Gesellschaft in Hannover gezeigt wurde (leider nur Maßangaben,
ohne Abb. in den Katalogen)
Literatur: Gertz, U., Berlin, 1953 (S.
209-211) |
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| (richtiger „Das Gespräch II“,
auch „Im Gespräch“)
1952 (Ausst.-Kat. Berlin 1952)
Skulpturengruppe, in verschiedenen Größen
Gr. 1: 136 cm/139 cm (als „überlebensgroß“
bez.)
Gr. 2: 70 cm/65 cm (als „Skizze“ bez., Datierung 1954).
Gr. 3: 27 cm
Gr. 4 15 cm, in größerer Stückzahl (ohne Nummerierung).
Bronze
Sicherlich die am weitesten verbreite Schöpfung
Reuters, die auch als Ausstellungsposter bekannt wurde. Sie wurde
1953 mit dem ersten Preis des Verbandes Deutscher Kritiker bedacht.
Anders als beim Vorläufer von 1949 (Kat. 12) sind die Figuren
nicht auf einer Plinthe befestigt, sondern frei positionierbar.
Die vom Künstler gewollte Strukturierung des Raumes zwischen
den Figuren wird hierbei allerdings dem Gutdünken des Erwerbers
anheimgestellt. Bei den lebensgroßen Versionen wurde die
Aufstellung daher von Reuter selbst vorgenommen.
Es sind zwei etwas unterschiedliche Typen des Ausgangsmodelles
bekannt. Neben der ersten Version, die aus den Ausstellungskatalogen
bekannt ist, erschien 1958 eine Version, bei der die Figuren nicht
auf Quadern (Typ A) sitzen, sondern auf Schemeln (Typ B). Gesichtszüge
und Kopfhaar sind deutlicher ausmodelliert.
Güsse: (aktualisert 11. 07. 07): Bronzegüsse gibt es
von allen vier Größenvarianten. Bei den hier untersuchten
Objekten lag stets die zweite Modellversion (Typ B) zugrunde.
Typ A ist nur von Abbildungen bekannt.
Der als frühester verzeichnete Bronzeguss wurde 1956 bei
R. Barth/Berlin gefertigt (Entwurfsmodell). Die Fertigung im Großformat
steht für 1957 in der Liste.
1964 wurden - ebenfalls in der Gießerei Barth - zwei weitere
Gruppen in der Höhe von 27 cm gegossen, nunmehr mit Verfügung
einer Auflage von fünf. Eine Gruppe mit der Auflagenbezeichnung
„I/V“ (neben der Signierung „E. F. Reuter“
auf beiden Objekten), sowie dem Stempel „Guss Barth Berlin“
konnte in der Galerie L. Lange besichtigt werden. Zu diesem einst
von einem Berliner Druckereibesitzer erworbenen Guss fand sich
ein Pendant mit einer Auflagennummerierung „1/V“,
mit dem Zusatz „A“. Nur eine Figur ist hier mit dem
Namenszug versehen (und einem zusätzlich angebrachten Gießerstempel
BARTH BERLIN), beide sind seitlich an der Sitzbank monogrammiert.
Der Zusatz „A“ soll auf ein zum Verbleib im Atelier
bestimmtes Exemplar hinweisen. Ein Grund für die Doppelzählung,
zumal in einer für Reuter unüblichen Schreibweise, ist
nicht mehr eruierbar. Die Gruppe wurde in den 70er Jahren von
einem Berliner Architekten vom Künstler direkt angekauft.
Ein ebenfalls nicht verzeichneter Guss in 27 cm Höhe (Stempel
„Guss Barth Berlin“ und Signierung „Reuter III“
auf der Rückseite) wurde 1962 nach der Ausstellung in der
New Yorker Weyhe Gallery dem Busch-Reisinger-Museum in Harvard
gestiftet. (Inventar-Nr. BR 62.82).
In R. Barths Betrieb in Rinteln wurden zwischen 1978 und 1984
noch drei weitere Gruppen in 27 cm Höhe gefertigt.
Der erste Guss bei H. Noack/Berlin erfolgte 1960. Je drei Gruppen
sind für 1970 und 1977 verzeichnet, dann jeweils eine für
1980, 1981 und 1989. (alle ohne Größenangabe). Ein
Guss, in Lebensgröße, 1987 für die Galerie L.
Lange in Auftrag gegeben, gelangte in Privatbesitz.
Die kleinsten Güsse sind von unterschiedlicher Qualität,
mit Monogramm „E F R“, aber ohne Gießerstempel.
Gewünscht wurde eine größere Serie als Werbegeschenk,
- eine Idee, die von Reuter letztlich aber konterkariert wurde.
Die großen Ausführungen befinden sich u. a. im Foyer
des Sender Freies Berlin (heute RBB), in der Universität
Kiel und beim Versicherungskonzern HMA in Hamburg, ferner ein
Neuguss von 1989 in einem privaten Skulpturengarten in Berlin
Ausstellungen:
1952 Haus am Waldsee, Berlin
1957 Gal. A. Bremer, Berlin (Gips)
1959 Kurfürstliches Jägerhäuschen, Bonn
1960 L. Hoesch-Museum, Düren und Kestner-Ges. Hannover
(Bronzeguss 65 cm / 70 cm)
1962 Weyhe Gallery, New York (27 cm)
1966 Gal. Gattlen, Lausanne "La Conversation" 139 cm,
Bronze, dat. 1960
1977 Sender Freies Berlin
1981 Retrospektive des NBK Berlin
1999 Wrangelschlößchen, Berlin, Exp.-Nr. 4 (15 cm)
Literatur: Gertz, U. Berlin, 1953, S.
209-211; Roh, F. München 1958; Kiesel, M. Kiel, 1993
„Neue Zeitung“ 23.01.1955; "Die Welt" 23.06.1959;
Ausst.-Kat. Berlin 57, Bonn 59, Hannover 60, Lausanne 66, Berlin
77, NBK 81 |
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| auch „Relief Flötenspieler“
Zum Motiv „Stehender Jüngling mit
Flöte und Widder“ sind mit mehrere Flachreliefs in
Gips und als Kupfertreibarbeit in unterschiedlichen Formaten zwischen
1955-1957 entstanden.
30 A) Relief in Gips auf rechteckigem Untergrund
30 B) Relief in Gips auf trapezförmigem Untergrund (nach
oben breiter: 112 cm x 75 cm)
sign. „E.F.R“ o. Dat. Die Darstellung ist hier geringfügig
abweichend.
(August 2008): 30 C) Treibarbeit in trapezförmiger Platte
aus Kupferblech (nach unten breiter: 175 cm x 85 cm). Im Hintergrund
einzelne sich kreuzende Balkenstrukturen, sonst identisch, dat.
1957.
Reuter zählte einige ausschließlich
Metall bearbeitende Bildhauer zu seinem Berliner Freundeskreis.
Welchem hier die Ausführung oblag, ist nicht mehr bekannt.
30 A und 30 C gehörten zum Nachlass der zweiten Ehefrau.
30 B tauchte 2003 im Berliner Auktionshaus Villa Grisebach auf,
unter dem Titel „Flötenspieler“. |
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| 1955 (laut Gussauftragsliste H. Noack)
Brunnenplastik
Bronze
Auftragsarbeit der Finanzverwaltung Berlin.
Die Vögel waren auf einen Brunnen in Form einer Beton-Halbschale
montiert und am Parkplatz des Finanzamtes Berlin-Steglitz bis
1995 aufgestellt. Danach Entfernung und Einlagerung nach Diebstahl
und wegen Vandalismusschäden. Die Pelikane stehen für
besondere Gefräßigkeit, eventuell Anspielung auf eine
ähnliche Haltung beim Auftraggeber. (Kritische Anmerkungen
zur Kunst im öffentlichen Raum in Westberlin bei M. Damus)
(Ergänzung 31. 01. 07) 964 und 1983 war je ein Neuguss bei
R. Barth erfolgt, derzeitige Standorte nicht bekannt.
Literatur:„Neue Zeitung“
23.01.1955; Damus, M. München 1979 |
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| auch „Badende“
1956 (Datierungen unterschiedlich )
28 cm (34 A), 14 cm (34 B)
Bronze
(August 2008): Anzahl und Herkunft der anfänglichen
Bronzegüsse sind nicht genau feststellbar. Die 1960 und 1966
ausgestellten Exemplare dürften wie das 1998 im Berliner
Auktionshaus Grisebach aufgetauchte Objekt von Richard Barth/Berlin
stammen. Auch bei H. Noack wurden 1973 zwei und 1978 drei Exemplare
gegossen
Mindestens ein weiteres Exemplar stammt von R. Barth/Rinteln (nach
1970). Von beiden Größen sind etwa sieben Bronzegüsse
bei diversen Privatsammlern, u. a in Berlin und Frankfurt/M. Das
Gussmodell für die Größe 10 A befindet sich im
Nachlass.
Ausstellungen, Auktionen:
1960 Kestner-Gesellschaft, Hannover , 34 A und L.-Hoesch-Museum,
Düren.
(Dat. 1956)
1966 Galerie Gattlen, Lausanne, 34 A (Dat. 1952)
1977 Sender Freies Berlin, Berliner Festwochen, Nr. 34 B
1981 Retrospektive des NBK, Berlin, Nr. 34 B (Dat. 1947)
1991 Gal. L. Lange, Berlin 34 A
1998 Villa Grisebach, Berlin, 34 A, St. „GUSS BARTH BERLIN“
(Dat. 1947)
Literatur: Ausst.-Kat. Hannover 60, Lausanne
66, Berlin 77, NBK 81.
Überwiegend wird in Ausstellungskatalogen 1956 oder 1952
genannt. Im Auktionskatalog der Villa Grisebach steht hingegen
1947. Bei den Ausstellungen 1949 und 1957 in Berlin war diese
wichtige Arbeit jedoch noch nicht mitaufgeführt. |
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auch »Badende 1960«
Mon. »E F R 1960«
St. »BARTH ELMENHORST«
48 cm
Bronze
(August 2008): Mit der klassisch anmutenden
»Badenden« Nr. 34 hat dieser als Halbtorso angelegte
und stark stilisierte weibliche Akt nur den Titel gemein. |
Man erkennt eine
unbekleidete kauernde Figur, mit erhobenen und verschränkten
Armen, die um 90 Grad nach vorn gekippt und so austariert ist,
dass ohne Montage ein freies Stehen auf den Beinstümpfen
erreicht wird.
Der postum in den Besitz eines Berliner Kunsthändlers
übergegangene Bronzeguss konnte anhand einer erst jetzt aufgetauchten
Fotografie als völlig eigenständige Arbeit indentifiziert
werden. Unter dem Monogramm ist eine Datierung „1960“
eingeritzt. Der Gussauftrag der Firma Barth-Elmenhorst zum vorliegenden
Exemplar wird hingegen mit 1990 angegeben. Die Veranlassung zum
Neuguss dieses 30 Jahre alten Modells ist nicht mehr eruierbar.
1999 Ausstellung im Berliner Wrangelschlößchen unter
dem Titel „Badende 1960“. |
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| 1956 (Ausst.-Kat. Hannover 60)
Skulpturengruppe
35 A: Länge: 100 cm, 115 cm, Höhe: 57 cm, 47 cm
35 B: Länge: 41 cm, 33 cm, Höhe: 21 cm, 16 cm
Signatur: „E F Reuter“; Aufl.-bez: „I/V“
Stempel „BARTH BERLIN“
(Ergänzung 13. 05. 09) Güsse: Ein
nicht verzeichneter lebensgroßer Guss der Skulpturengruppe
wurde 1956, oder bereits 1955, in einer Grünanlage an der
Oppelner Straße in Bonn (Stadtteil Tannenbusch) aufgestellt.
Auftraggeber bzw. Stifter sei die Allianz-Gruppe gewesen. Wie
jüngste Recherchen des ansässigen Autors und Fotografen
Hans Weingartz ergaben, befinden sich die Jünglinge dort
noch immer, wenn auch in pflegebedürftigem Zustand.
Der 1960 in Hannover gezeigte lebensgroße Bronzeguss gelangte
im gleichen Jahr in Privatbesitz in eine Bonner Familie und folgte
ihr an den heutigen Wohnsitz in der Eifel. Ein weitere lebensgroße
Gruppe befindet sich seit 1981 in Privatbesitz, ebenfalls in Bonn.
Von der Kleinfassung (35 B) konnte der Guss Nr. I/V in der Berliner
Galerie L. Lange besichtigt werden (Gussdatum 1960). Eine weitere
(nicht nummerierte) Gruppe mit dem Stempel „BARTH RINTELN“
ist in Berliner Privatbesitz. Im Rintelner Gießereibetrieb
sind insges. drei Gruppen gefertigt worden (1980, 1981 und 1990,
ohne Größenangabe verzeichnet). 1985 erfolgte zum kleinen
Format eine etwas veränderte Neufassung (Nr. 35 C): Die Köpfe
der Knaben haben einen deutlicheren Haarschopf (Abb. bei B. v.
Saß).
Ausstellungen:
1957 Galerie A. Bremer, Berlin
1960 Kestner Gesellschaft Hannover, Bronze
1966 Galerie A. Gattlen, Lausanne: "La Sieste" (35 A)
1977 Sender Freies Berlin
1981 NBK, Galerie W. Kunze, Berlin („lebensgroß“)
Literatur: Zehder, H. „Die Welt“
13.03.1957; „Berliner Morgenpost“ 22.01.1961; von
Saß, B., Berlin 1985.
Ausst.-Kat.. Berlin 57, Hannover 60, Lausanne 66, Berlin 77, NBK
81.
Weingartz, Hans: Skulptur in Bonn, Kunstwerke im öffentlichen
Raum – 1950 bis heute, Bonn, 2007 www.pass-weingartz.de/skulptur.htm |
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| auch „Die Tanzenden“, „Tanzende
Mädchen“
1956 (Auftragsliste der Gießerei R. BARTH, Berlin)
110 cm (36 A), 80 cm (36 B), 22 cm (36 C)
Bronze
(aktualisiert 04. 04. 08) Das Thema Tanz (Ausdruckstanz,
Ballett) spielte eine nicht unbeträchtliche Rolle in den
Zeichnungen und Plastiken Erich F. Reuters. Anders als bei den
vorausgegangenen Darstellungen eines in erstarrter Position verharrenden
Halbtorsos geht es hier um das dynamisch-beschwingte Element des
Tanzens, hier im pas de deux, bei dem die lustvoll befreite Gestik
der Arme und Hände zur Geltung kommt. 1963 wurde die Skulpturengruppe
für die Ausstattung des neuen Freizeitzentrum “Frankenhof„
in Erlangen bestellt. Später erfolgte ein Umzug zu dem 1972
erbauten Erlanger Kongresszentrums (Heinrich-Lades-Halle). Die
Skulptur steht jetzt dort neben dem Hauptportal. (link)
Güsse: (Aktualisierung 31. 01. 07) 1958 ist bei R. Barth
eine Gruppe „Tänzerinnen groß“ verzeichnet,
die 1960 in Hannover und Düren ausgestellt wurde. Bei H.
Noack 1963 "Tanzende Mädchen", die für Erlangen
in Auftrag gegeben wurden. Eine weitere Gruppe in 110 cm Höhe
wurde bei einer Familie in Bonn ermittelt.
Die sonstigen bei H. Noack und R. Barth zwischen 1956 und 1990
verzeichneten sechs Gussaufträge dürften den Kleinplastiken
(36 C) gegolten haben, bei denen, wie nunmehr ersichtlich, leicht
unterschiedliche Modelle zugrundelagen.
Eines der besichtigten Exemplare entstammte der Gießerei
R. Barth in Rinteln, ohne den entspr. Stempel erhalten zu haben,
und trägt hinter der rechten Figur die Signierung „Reuter“,
zusätzlich eine Auflagenbezeichnung „I/X“ (Plinthe,
Oberseite). Die Auflage zu diesem Modell wurde erst 1990 angelegt,
jedoch nicht weitergeführt. Im Berliner Auktionshaus Lehr
wurde 2006 ein früherer Guss aus norddeutschem Privatbesitz
besichtigt, dem ein abweichendes Modell zugrundelag, mit andersartiger
Signatur „E. F. Reuter“ (hinter der linken Figur)
und mit der Stempelung „GUSS RICH. BARTH BLN. MARIENDORF“.
Ein weiteres untersuchtes Stück ist signiert und gestempelt
„GUSS BARTH BERLIN“ (Nachlass des befreundeten Schauspielers
W. Lukschy). Auch bei einem weiteren signierten Exemplar, im Nachlass
eines Architekten in Bonn, war keine Aufl.-Bez. vorhanden. Die
nach 2001 auf Auktionen in München und Bonn angebotenen Exemplare
sollen - laut Angebotstext - weder Signierung noch Stempelung
aufgewiesen haben. Ein Bronzeguss in der Höhe von 80 cm befindet
sich seit den 60er Jahren in einer Sammlung in Würzburg.
Ausstellungen, Auktionen:
1960 Kestner-Ges. Hannover „Tänzerinnen“ (110
cm, Dat. 1956)
1963 „Die Tanzenden“ Orangerie Schloss Erlangen.
1966 Galerie Gattlen, Lausanne "Danseuses" (22 cm)
2001 Auktionshaus Ketterer, München "Tänzerinnen“
(22 cm)
2003 Auktionshaus Zengen, Bonn „Tänzerinnen“
(22 cm)
2006 Retrospektive im VBK, Berlin (22 cm, aus dem Nachlass des
Künstlers)
2006 Auktionhaus Lehr Berlin „Zwei Tänzerinnen“
(22 cm)
Literatur: Ausst.-Kat. Hannover 60, Erlangen
63, Lausanne 66; B. Böhner, „Tanzende Mädchen
auf Wanderschaft“ in Erlanger Nachrichten, 19.05.2007 |
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| auch: „Knieende mit erhobenen Armen“
1956/57 (geschätzt)
50 cm
Gips, schwarz lackiert, Bronze
Die Abbildung zeigt ein im im Fundus der Gießerei
R. Barth in Rinteln aufgefundenes, etwas beschädigtes Gussmodell,
das sich formal den voranstehenden Arbeiten zuordnen lässt.
Bei H. Zehder wird die 1957 in der Galerie Bremer ausgestellte
Plastik beschrieben als „Knieende, deren Körperlichkeit
mit zwingender Notwendigkeit sich der gegenständlichen Phantasie
unterwirft.“
Für 1983 und 1984 ist bei R. Barth/Rinteln je ein Bronzeguss
verzeichnet., deren Verbleib bislang nicht ermittelt werden konnte.
Literatur: Zeder, H. „Die Welt“
13.03.1957 |
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| 1956 (Ausst.-Kat. NBK 81)
55 cm
Bronze
(Ergänzung 04. 04. 2008) Zweiter Preis
im Wettbewerb „Kunst in der Olympiade“. Ein früher
Ansatzpunkt zu einer „Expansion in den Raum in Form eines
frei im Raum schwingenden, wie an einem Koordinatensystem aufgehängten
Körpers“ (L. Schauer, 1976). Das im Sprung zu überwindende
Hindernis ist in eleganter Weise an der Sprungstange befestigt,
die ihrerseits asymmetrisch auf der dreieckigen Standfläche
verankert ist. Die Winkel sind so austariert, dass die Plastik
schwingt, ohne zu kippen. Der Sportler ist - ungeachtet der Hebelwirkung
seines Gewichtes - einzig an seiner Hand mit einer Stange aus
handelsüblichem Stahldraht verschweißt.
Zwei Güsse sind bei der Gießerei R. BARTH für
1956 und 1958. verzeichnet. Ein Exemplar befindet sich im Besitz
eines befreundeten Berliner Bildhauers, der zweite in einer Sammlung
in Würzburg
Literatur: Zehder, H. „die Welt“
13.03.1957; Schauer, L. Berlin 1976; Ausst.-Kat. NBK 81 |
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auch „Bogenmädchen“
1957-59 (geschätzt)
18 cm
Bronze
signiert „ E F R; Auflage „I/X“
Stempel „GUSS BARTH RINTELN“ |
Ein früher
Bronzeguss der kleinen Gruppenplastik wurde 1968 an der Technischen
Universität Istanbul ausgestellt unter dem Titel „Bogenmädchen“.
Das vorliegende erste Exemplar einer Neuauflage von zehn konnte
bei einer Sammlerin in Berlin besichtigt werden. Es stammt aus
der Gießerei R. Barth/Rinteln, wahrscheinlich von 1977.
Von dort wurde 2002 ein weiteres Exemplar an den Nachlass zurückgegeben.
Weitere Güsse zu der Auflage wurden nicht ermittelt.
(Nachtrag März 2011) Das beschriebene Exemplar kann zur Zeit
im Berliner Auktionshaus Quentin besichtigt werden. Das aus dem
Nachlass stammende Negativ war im WVZ spiegelverkehrt kopiert.
(Mea culpa, auch weibliche Bogenschützen halten den Bogen
in der linken Hand.)
Foto:Quentin |
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| auch „Tänzerin“
1957 (Ausst.-Kat. Berlin 57)
45 cm
Bronze
Signatur: „E.F.R.“ (Plinthe oder linke Wade)
Stempel: „GUSS BARTH BERLIN“ (nur bei gegossener Plinthe)
Typen: (Ergänzung 19.11.2007): Die Stellung der Füße
des Torsos zeigt eine typische Position des klassischen Balletts
(Vgl. Kat. 17 von 1950).
Bei einem Teil der Exemplare sind die Füße
auf einer ca. 2 cm hohen Steinplatte aufgeschraubt, Monogrammierung
an der Wade, sonst keine Kennzeichen. Bei anderen Exemplaren,
darunter die mit Auflagennummer, ist die Plinthe eigens bildhauerisch
gestaltet, mitgegossen oder mit den Füßen verschweißt.
Bei diesem Typ A sind Monogrammierung und eine eventuelle Aufl.-Bez.
auf der Oberseite der Plinthe, der Gießerstempel an einer
Seitenfläche.
Güsse (Aktualisierung 31. 01. 07): Ein Referenzexemplar Typ
B konnte im Besitz eines Berliner Sammlers besichtigt werden.
Zwei weitere Exemplare mit Steinplatte sind 2007 bei Auktionen
erschienen. Die Gesamtzahl der zu dieser Version gefertigten Stücke
lässt sich aus den Auftragsunterlagen nicht erschließen.
Ein Exemplar des bislang nur von frühen Abbildungen bekannten
Typ A mit dem Stempel „Barth Berlin“ wurde 2004 vom
Münchner Auktionhaus Neumeister an einen Berliner Kunsthändler
verkauft. Aufl.-Bez. „III/V“. Drei spätere Güsse
sind 1985 und 1987 im Betrieb Barth/Rinteln verzeichnet, ohne
Hinweis auf die Beschaffenheit der Standfläche. Die ausstehenden
zwei Güsse zur Erfüllung der Auflage dürften in
dem Auftrag enthalten gewesen sein.
Ausstellungen, Auktionen:
1957 Galerie A. Bremer Berlin, „Torso“ (A)
1966 Galerie A. Gattlen, Lausanne „Danseuse“ (A)
Auktionshaus Villa Grisebach, Berlin, „Tänzerin“
(B)
2004 Auktionshaus Neumeister, München, „Weiblicher
Akt“ (A)
Literatur: Ausst.-Kat. Berlin 57, Lausanne
66 |
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| 1957 (geschätzt)
45 cm
Bronze
Signatur: „E.F.R.“ (Plinthe), zusätzlich Inschrift
„A“ (für „artist“)
Stempel: „GUSS BARTH RINTELN“
Auflagenhöhe V oder X.
Der Entwurf ist sehr ähnlich wie der vorige
weibliche Torso. Ein Gewand umhüllt die untere Hälfte,
lässt aber die Füße (wiederum in der typischen
Ballettstellung) unverdeckt. Der einzige bis Redaktionsschluss
bekannte Bronzeguss ist für 1976 bei R. Barth verzeichnet,
als „Torso mit Gewand“ (Privatbesitz).
Ergänzungen 05/2009 und 08/2009: Im Berliner Auktionshaus
Jeschke und van Vlieth kam 2009 ein weiteres Exemplar mit Gießerstempel
„GUSS BARTH RINTELN“ zum Vorschein. Im gleichen Jahr
– ebenfalls in Berlin – im Auktionshaus Quentin ein
weiteres bislang nicht erfasstes Exemplar mit Auflagenstempelung
II/V, und ebenfalls in Rinteln gegossen.
Ergänzung 10/2009: In einer privaten Sammlung in Berlin fand
sich noch ein weiteres Exemplar ebenfalls mit dem Stempel von
R. Barth in Rinteln, jedoch mit einer diskrepanten Auflagenbezeichnung
I/X. Es handelt sich um ein Geschenk des Künstlers an eine
Westberliner Kabarettistin.
Nach jetzigem Kenntnisstand lässt sich somit die Gesamtzahl
der Exemplare auf vier Stücke ansetzen. Die Aufzeichnungen
der Gießerei Barth lassen leider keine Rückschlüsse
auf die tatsächliche Anzahl der gefertigten Exemplare zu.
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| (auch „Torso 57“; „Sylphide“)
1957 (Ausst.-Kat. Lausanne 66 "Torse, 1957“)
52 cm
Bronze
Der Verbleib des 1966 ausgestellten Bronzegusses
zu dem abgebildeten Gipsmodell aus der Gießerei H. Noack,
Berlin ist nicht bekannt. Für 1968 und 1969 ist je ein Guss
eines weiblichen Torso in 52 cm Höhe auch bei R. Barth verzeichnet.
Ergänzung Juli 2011: Wie aus dem Familienkreis zu erfahren,
wurde die Skulptur vom Künstler selbst mit dem Titel „Sylphide“
benannt. (In der Mythologie ursprünglich eine geflügelte
Fee, allgemeiner ein ätherisches weibliches Wesen, ein „Luftgeist“,
wie Reuter sagte). Seit 1830 ist die Sylphide eine Figur des romantischen
Balletts. Der vorliegende Torso mit dem nach hinten abgespreizten
Bein gehört damit wohl zu den vom Ballett inspirierten weiblichen
Darstellungen, wie auch Nr. 46/ 47. |
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| auch „Moses mit Gesetzestafel“
1958 (Ausst.-Kat. Hannover 60 mit Abb.)
85 cm
Bronze
Signatur: (Plinthe): „E. F. Reuter I/V“
Stempel: „GUSS BARTH“
Ein erster „Moses mit Gesetzestafeln“
war bereits 1948 in Dresden entstanden. Die Nummerierungen am
Werktitel wurden beim Sujet „Moses“ nachträglich
vorgenommen.
Güsse: Die Zuordnung zu den Gussaufträgen bleibt vage,
da für das gleiche Modell von verschiedenen Gießereien
Güsse gefertigt wurden, die zudem nicht immer gestempelt
wurden. (1958 erstmals bei R. Barth Berlin, 1962 bei H. Noack)
Insgesamt sind zwischen 1958 und 1980 mindestens zwanzig Güsse
zum Thema „Moses“ gefertigt worden, die überwiegend
in private Sammlungen gingen. Der 1960 in Hannover ausgestellte
Bronzeguss Nr. I/V wurde 1958 bei R. Barth gefertigt und fand
sich im Nachlass eines Berliner Druckereibesitzers.
(Ergänzung 13. 05. 09) Ein weiterer Guss wurde im August
1959 in Bonn ausgestellt und gelangte dort in Privatbesitz und
befindet sich nunmehr bei der Familie in der Eifel. Ob die Güsse
mit Aufl.-Bez. vollständig sind, ist weiterhin ungeklärt.
Vier weitere Güsse zum Titel „Moses“ sind für
1966 bei R. Barth verzeichnet (Es kann sich hierbei allerdings
auch um „Moses III“ von 1962 handeln). Ein Exemplar
des „Moses II“ war bis 1993 im Besitz des Künstlers.
Ein weiteres Exemplar entstand 1977 und wurde als unfertiger und
noch ungestempelter Guss aus dem Lager des Betriebes in Rinteln
zurückgegeben und 2002 bei der Berliner Kunstgießerei
Herweg vollendet. Die Signierung war hier ohne Auflagenbezeichnung.
Güsse mit dem Stempel von H. Noack sind zum „Moses
II“ nicht ermittelt.
Ausstellungen:
1960 Kestner-Gesellschaft Hannover
2006 Verein Berliner Künstler
Literatur: Ausst.-Kat. Hannover 60; Ausst.-Kat.
Bonn 59 |
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1958 (Ausst.-Kat. Lausanne 66:
„Francesca da Rimini“, 1958, Bronze)
Länge: 40 cm
61 A: horizontal (Bronze)
61 B: vertikal (Bronze oder Neusilber)
Signatur: „E F R II/V“
Die in komplexer Anordnung ineinander verschlungenen Partner des
Paares aus Dantes „Inferno“ sind hier noch mit einem
angedeuteten Stück ihrer stofflichen Umgebung verhaftet,
welches auch bei der Version mit stehend angeordneten Partnern
(61B) vorhanden ist. |
Die Armhaltung wurde
bei den stehenden Figuren verändert.
Der 1959 bei R. Barth in Bronze gefertigte Einzelguss
(Version A) wurde 1960 erstmals bei der Kestner-Gesellschaft in
Hannover ausgestellt. Ein Bronzeguss zu Version B 1966 in der
Galerie Gattlen in Lausanne. 1974 wurden zwei hinten offene Hohlgüsse
einer Auflage von fünf in Neusilber gefertigt (Stempel „BARTH
RINTELN“). Nr. II konnte als Referenzexemplar im Empfang
einer Berliner Arztpraxis besichtigt werden. Nr. III wurde im
Dezember 2010 in der Galerie Irene Lehr in Berlin ausgestellt
(wahrsch. aus dem Nachlass eines Berliner Verlegers).
Version 61 B wurde als Entwurf für die
Fassade des Neubaues der Deutschen Oper in Berlin-Charlottenburg
(zusammen mit dem Architekten Fritz Bornemann) mit einem ersten
Preis bedacht, aber dann wegen der allzu provokanten Beinstellung
der Francesca verworfen. (Die später realisierte Lösung
mit einer von Hans Uhlmann geschaffenen haushohen ungegenständlichen
Stahlskulptur wurde erst in einem zweiten Wettbewerb gefunden.)
Ausstellungen:
1960 H. Kestner Ges. Hannover; Leopold-Hoesch-Museum Düren
Literatur: Ausst.-Kat. Hannover 60, Lausanne
66; Schauer, L. 1976
Foto:Stephan Schiske |
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| auch einfach nur „Pan“
(auch die Betitelung „Sternengucker“)
1958 (Ausst.-Kat. Lausanne 66: „Pan“ 1958, 42 cm,
Bronze)
Höhen: 24 cm, 30 cm, 42 cm
Bronze
Signatur „Reuter“ (Oberseite Plinthe)
Reuters bekanntere Darstellung des mythischen
Waldgottes Pan ist zweifellos die Version für den Lubitsch-Preis
(Kat.63). Der hier in einer Art Yogahaltung stehende Mann schlägt
die linke Hand vor die Augen, wie wenn ihn etwas blendet. Daher
die alternative Betitelung „Sternengucker“. Bei Reuters
Varianten dieses bildhauerischen Standardmotives ist ein Bein
in einer spielerischen Position gehalten, stets ist es das linke.
Um der Attitüde eines „Gottes der Natur“ mehr
Geltung zu verschaffen, schuf Reuter die gleiche Statuette (30
cm) noch in einer Variante mit einem Phallus. Mit dieser Version
hatte dann die zunächst alternative Titelbenennung „Stehender
Pan“ ihre volle Bestimmtheit erlangt. (Nr. 62 B, 1964, Abbildung
derzeit nicht verfügbar)
Güsse: (aktualisiert 31. 01. 07): Zu den verschiedenen Größen
fanden sich jeweils Gipsmodelle bei den Gießereien Noack
(Berlin) und Barth (Rinteln). Zwischen 1960 und 1979 sind mindestens
13 Güsse zum Sujet „Stehender Pan“ in den Auftragslisten
verzeichnet (zusätzlich zu den Pan-Statuetten für den
Lubitsch-Preis). Diese Arbeiten wurden weniger in Galerien präsentiert,
sondern mehr im Bekanntenkreis als Geschenke verteilt und zirkulieren
im Kunst- und Antiquitätenhandel.
Literatur: Ausst.-Kat. Lausanne 66 |
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| Nr. 77 |
Der
barmherzige Samariter |
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| 1959 (Gussliste H. Noack, Berlin)
11 cm
Bronze
Von dem Motiv wurden zwischen 1959 und 1974
bei H. Noack 15 Güsse gefertigt. Abgesehen von einer Ausstellung
(Hannover 1960) sind die Stücke unmittelbar in private Sammlungen
gelangt. Das vorliegende Exemplar ist nicht gestempelt, ohne Monogramm.
Bei R. Barth (Rinteln) 1978 noch drei weitere Exemplare.
Auf einem Atelierfoto (ca. 1960) ist auch eine lebensgroße
Ausführung in Gips zu erkennen. Ein Guss in diesem Format
ist aber nicht bekannt.
Ausstellung:
1960 H. Kestner Ges. Hannover; Leopold-Hoesch-Museum Düren
Literatur: Ausst.-Kat. Hannover 60 |
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| auch „Kranichbrunnen“
1959 (Gussaufträge)
ca. 6 Meter (79 A) 68 cm (H. Noack) 79 B, 48 cm (R. Barth) 79
C
Bronze
Signatur: „E F R I/V“
Stempel „GUSS BARTH“
Aufwendige Brunnenplastik in einer Berliner
Sozialbausiedlung (Gontermannstraße, Berlin-Tempelhof):
Der Betonbrunnen (mit einem Mosaik der Ehefrau Bärbel Reuter)
imponiert durch einen darauf montierten Fächer auseinanderfliegender,
in verschiedene Richtungen davon strebender Kraniche. Die Erfordernisse
einer statisch zusammenhängenden Plastik scheinen in ihrer
Ausgewogenheit genial gelöst zu sein. Der Widerspruch zwischen
der beeindruckenden Masse der lebensgroßen Vögel und
deren scheinbarer Schwerelosigkeit kommt aber nur beim Betrachten
des etwa sechs Meter hohen Originals von unten zur Geltung.
Güsse: (ergänzt 31. 01. 07): Neben dem Großauftrag
„Fliegende Vögel mit Stahlkonstruktion“ sind
1959 bei H. Noack zwei Aufträge für „Kraniche“
verzeichnet, für 1960 je eine Gruppe „Ziehende Vögel“
und für 1964 „Fliegende Kraniche“. Bei R. Barth
lediglich ein Auftrag „Fliegende Vögel“ für
1959. Die kleinen Güsse von Noack sind 68 cm hoch, auf eine
polierte Steinplinthe montiert, soweit bekannt ohne Kennzeichnung.
Ein bei einem Berliner Arzt besichtigter signierter Guss von R.
Barth in 48 cm Höhe trägt die Aufl.-Bez. „I/V“.
Je ein weiterer Guss bei R. Barth (Rinteln) 1984 und 1990.
(Nachtrag 18. 04. 2007) Das 1964 verzeichnete weitere Exemplar
im Großformat wurde als Auftragsarbeit für die Stadt
Hilden (bei Düsseldorf) gefertigt und befindet sich dort
im öffentlichen Raum (Holterhöfchen). Auftragsvergabe
und Anschaffung durch die Stadt Hilden kam durch die Zusammenarbeit
mit dem Architekten Peter Poelzig zustande, der Reuter durch seine
Professur an der TU Berlin verbunden war.
Ausstellungen, Auktionen:
1960 H. Kestner Ges. Hannover; Leopold-Hoesch-Museum Düren
1966 Galerie Gattlen, Lausanne „Envol de grues“ (68
cm)
1999 Auktionshaus Ketterer, München (68 cm)
2001 Auktionshaus Ketterer, München (68 cm)
Literatur: Ausst.-Kat. Hannover 60, Lausanne
66, Auktionskatalog Ketterer Kunst, München 2001.
„Die Welt“ 18.05.1960; W. F. „Die Welt“
22.11.1960; Langer, 1971, S. 81, Damus, 1979 |
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| 1959 (Gussliste R. Barth)
40 cm
Bronze
Monogramm „E F R“ (Plinthe Oberseite)
Das mythologische Motiv des geflügelten
Drachentöters mit der Lanze war erstmals 1960 in der Kestner-Gesellschaft
Hannover zu sehen, als Bronzeguss unter der Bezeichnung „Geistesstreiter,
Skizze“. Eine wesentlich größere Ausführung
in Gips lässt sich 1963 auf einem Pressefoto in Reuters Atelier
erkennen. Der Verbleib ist nicht bekannt. 2002 fand sich der kleine
Bronzeguss im Lagerraum der Gießerei Barth in Rinteln wieder.
Nach kürzlich aufgefundenen Aufzeichnungen wurden Bei R.
Barth zum Thema „Geistesstreiter“ zwischen 1959 und
1990 sechs Güsse gefertigt, zwei weitere 1975 und 1976 bei
H. Noack.
Ausstellungen:
1960 H. Kestner Ges. Hannover; Leopold-Hoesch-Museum Düren
Literatur: Ausst.-Kat. Hannover 60; „BZ“,
Berlin 15.12.1963 |
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| Nr. 84 |
Geistesstreiter
(Relief) |
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1960-62 (geschätzt)
38 cm x 38 cm ( 84 A)
Gips
1962
57 cm x 48 cm (84 B)
Bronze
Der Vollplastik folgte später das Motiv
des nunmehr in Siegerpose stehenden Drachentöters als Relief.
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Im Katalog der Kestner
Gesellschaft ist 1960 ein Relief in „Emaille und Bronze“
beschrieben mit dem Titel „Relief Geistesstreiter, Skizze“
(o. Abb.), dessen Verbleib nicht ermittelt werden konnte.
Das hier abgebildete Gipsrelief (Nr. 84 A) trägt die Inschrift
„FREIHEIT DER VERNUNFT ERFECHTEN...“. Es ist seit
1962 im Besitz des Autors und diente nicht als Gussmodell.
(August 2008): Zu einem ähnlichen Relief gleichen Titels,
das 1999 als Bronzeguss im Wrangelschlößchen ausgestellt
und verkauft wurde, konnte jetzt die beiliegende Abbildung beschafft
werden. Es trägt die trägt die Kennzeichnung „E
F R 62 I/V“, Stempel „GUSS BARTH RINTELN“ (Gussdatum
wahrsch. 1976), Maße 57 cm x 48 cm. Ein Motto in Form einer
Inschrift fehlt bei dieser Ausführung. (84 B). Die Fotografie
ist mit einem Hinweis auf den „Hl. Georg“ versehen.
Literatur: Ausst.-Kat. Hannover 60 |
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| Nr. 86 |
Der
Heilige Sebastian II |
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| 1960 (Ausst.-Kat. Lausanne 1966)
55 cm
Bronze
Signatur: „Reuter I/V“ (Plinthe)
Stempel: „GUSS BARTH“
In der neu konzipierten Fassung (vg. Kat. 48)
ist der Pfahl im unteren Drittel eckig herausragend gekröpft.
Auch die Figur des Märtyrers ist mehr in kantigen Formen
gehalten, wirkt stilisierter. Die Pfeile werden durch vier Stifte
angedeutet, (die aber auch fehlen können). Die Plastik war
nur einmal auf einer Ausstellung zu sehen: 1966 in Lausanne. Für
1964 sind zwei Bronzegüsse bei R. Barth verzeichnet, von
denen der erste einer Auflage von fünf in der Berliner Galerie
L. Lange besichtigt werden konnte. Der andere Guss gehört
zum Nachlass der ersten Ehefrau Reuters. Ein dritter Guss befindet
sich beim Bruder des Künstlers in Mexiko. Ein Guss (von 1988)
fand sich 2001 im Lager der Gießerei Barth in Rinteln.
Literatur: Ausst.-Kat. Lausanne 66,
von Möller, C., Berlin 1989 |
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auch „Christus“
1960 (persönliche Notiz)
Entwurfsmodell 23 cm
Bronze
Auftragsarbeit für die Kirche der US-Streitkräfte
in Berlin-Zehlendorf (Hüttenweg), bei deren Einweihung (1960)
der Autor zugegen war. Die lebensgroße Christusfigur (Bronzeguss
nicht verzeichnet) war dort bis 1990 angebracht und befindet sich
seit dem Abzug der Alliierten an einem neuen Standort der US Army.
Die Kirche wurde 2004 in eine Synagoge umgewidmet. |
Der abgebildete
Bronzeguss in 23 cm Höhe ist in Berliner Privatbesitz. Er
ist unsigniert und nicht gestempelt. Ein passender Eintrag findet
sich bei H. Noack für 1974 für einen Einzelguss. Ein
entsprechendes Gipsmodell fand sich dort und ebenfalls im Lager
der Gießerei R. Barth in Rinteln.
Ein weiterer großer Kruzifixus wurde 1961 in Portugal, im
Altarraum der Niederlassung der Johannesschwestern von Maria Königin
in Gouveia (nahe Coimbra) angebracht, der sich seit 2002 im Altarraum
des Mutterhauses des Ordens im rheinischen Leutesdorf befindet.
(beide Klosterneubauten stammen von dem Bonner Architekten ERNST
VAN DORP).
Angaben zur Größe der Skulptur waren nicht erhältlich.
Literatur: M. Pf. „Ostpreußenblatt“
1960; Pellens, A. Bonn, 2002
(Nachtrag 08. 09. 2008) Über ein Berliner
Auktionshaus wurde 2008 ein Bronzeguss der kleinen Christusfigur
(23 cm Höhe) an einem Kreuz aus geschwärztem Metall
in 31 cm Höhe von einem Amsterdamer Sammler erworben, der
uns freundlicherweise eine Anzahl detaillierter Fotografien zukommen
ließ. Erstmals war es nunmehr möglich, eine der Christusdarstellungen
Reuters genuaer in Augenschein zu nehmen. Wie ersichtlich, handelt
es sich um eine verkleinerte Version des 1961 für den Konvent
in Gouveia geschaffenen Modells. Die nunmehr deutlich erkennbare
Darstellung mit rechtwinklig im Nacken abgeknicktem, und tief
herabgesunkenem Kopf – (wie bei dem für Bad Kreuznach
preisgekrönten Vorläufer von 1956, ähnlich auch
beim „Heiligen Sebastian“ Nr. 48 von 1957) –
soll den Gekreuzigten im Zustand der Agonie oder des bereits eingetretenen
Todes zeigen, ein Ansatz, der bei dieser Thematik nicht oft vorkommt.
Anatomische Details sind verschwommen gehalten.
Höhe 23 cm
Stempel „GUSS BARTH“
Signatur „Reuter“ IV/V
Gussdaten zu dieser Serie sind nicht verzeichnet, wahrscheinlich
1960/61
Im Vergleich dazu ist bei dem schon früher
beschriebenen (ebenfalls in Bronze gegossenen) Modell in gleicher
Höhe das Haupt zusätzlich stark zur rechten Schulter
hin geneigt und es sind die Arme stärker asymmetrisch zur
Längsachse. Bei beiden Versionen überragt die rechte
Hand den Querbalken des Kreuzes, was allein schon den Eindruck
einer Asymmetrie bewirkt. Die obere Abbildung in der gedruckten
Ausgabe hingegen zeigt einen Gekreuzigten mit wachem Gesichtsausdruck,
geöffneten Augen und deutlich modellierten anatomischen Details
des Gesichts, einschließlich Ohrmuscheln und Haaransatz.
Diese Abbildung gehört zu einer andersartig konzipierten
Christus-Darstellung, die ebenfalls als größere oder
lebensgroße Skulptur für die Kirche der US-Army in
Berlin geschaffen wurde. (Foto aus Reuters Nachlass sowie im o.a.
Zeitungsbericht von 1960 anlässlich Einweihung der Kirche). |
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| 1961 (Schätzung)
30 cm
Bronze
Das Motiv des mit einem Drachen kämpfenden
menschenähnlichen Flügelwesens erschien bereits in der
Skulptur „Geistesstreiter“ von 1959. (Kat. 82-84)
Wie in dem gleichnamigen Relief (1960) wird das Ungeheuer nunmehr
ohne Lanze mit bloßen Händen niedergerungen.
Die Arbeit wurde nach 1966 von der Lausanner Galerie Gattlen erworben.
1976 wurde ein Neuguss bei H. Noack angefertigt, der sich im Nachlass
befindet. Zwei weitere Güsse enstanden 1979 und 1980 bei
R. Barth in Rinteln, zur Unterscheidung unter dem Titel „Liegender
Geistesstreiter“. |
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| 1962 (Gussauftrag bei H. Noack, Ausst.-Kat.
Lausanne 66)
66 cm, und 50 cm
Bronze, Wachsmodell
Signatur: „E F R II/V“
Dieser „Moses“ erscheint verfremdeter
als die vorigen. Durch den „Hüftschwung“ wirkt
er weniger statuarisch.
Güsse: (aktualisiert 31. 01. 07): 1962 wurde ein Guss von
H. Noack für die New Yorker Weyhe Gallery gefertigt. Ein
weiterer mit 1962 datierter Guss unbekannter Herkunft verblieb
1966 in der Sammlung A. Gattlen in Lausanne. Ein von R. Barth
stammender Guss im Besitz einer Berliner Sammlerin mit der Aufl.-Bez.
„II/V“ und dem Stempel „BARTH RINTELN“
entstand erst 1990. Das Auftragsjahr des ersten Gusses ist nicht
bekannt. Weitere Güsse zu dieser Auflage. wurden nach 1990
vermutlich nicht mehr bestellt.
Zum Modell des „Moses IV“ in 50 Höhe wurde eventuell
1983 ein Bronzeguss bei R. Barth erstellt. Bei H. Noack sind für
für 1973, 1975 und 1980 weitere Gussaufträge zum Sujet
„Moses“ verzeichnet, jeweils mit drei Exemplaren.
Diese Aufträge lassen sich jedoch nicht einem bestimmten
Modell zuordnen (vgl. Anmerkung zu Kat. 59)
Ausstellungen:
1962 Weyhe Gallery, New York
1963 Kunstverein Erlangen, Orangerie
1966 Galerie A. Gattlen, Lausanne
Literatur: Ausst.-Kat. Erlangen 63, Lausanne
66 |
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| 60er Jahre, Ausführung 1987
24 cm
Wachs, Bronze
Abgebildet ist das Wachsmodell. Die beschriftete
Seite der Tafel ist dem Beschauer ostentativ zugekehrt und nunmehr
auf deutsch lesbar: „Du sollst nicht töten!“.
Ein alter Entwurf aus den 60er Jahren wurde zu einem lebensgroßen
Standbild für einen für 1988 projektierten Neubau einer
Berliner Polizeikaserne verwertet (wurde jedoch nie gebaut). Zwei
Bronzegüsse sind bei R. Barth (Rinteln) für 1987 und
1989 gelistet, von denen einer von der Berliner Galerie Mora erworben
wurde. |
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| Nr. 103 |
Gegensätzliche Strukturen I |
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| 1962 (Kennzeichnung „E. F. Reuter 1962“)
12,8 m x 3,1 m (lt. Kat. des NBK, 1981)
Entwurfsmodelle in 55 cm und 72 cm Breite
Bronzerelief
Das ursprünglich „Chaos und Ordnung“
betitelte Modell dieser für die TU Berlin bestimmten Reliefarbeit
wurde von der Bundesregierung als beispielhaft für die bildende
Kunst im Deutschland der Nachkriegszeit für die Weltausstellung
in Montreal ausgewählt. Für die Herstellung des Gussmodells
in den gewünschten Maßen in einer Länge von fast
13 Metern wurde ein größeres Atelier zusätzlich
in Berlin-Lichterfelde eingerichtet. Studenten der TU, Freunde,
Familienangehörige, dienstbare Geister bis hin zum Gärtner
wurden damit beschäftigt, die Tonmassen anzutragen, bis dann
das monumentale Bronzerelief 1963 bei R. Barth gegossen wurde.
Es fand dann zunächst seinen Platz am Gebäude des elektrophysikalischen
Institutes der TU am Ernst-Reuter-Platz und wurde 1967 nach Kanada
verschifft und im Eingang des Pavillons der Bundesrepublik Deutschland
präsentiert. Seit 1970 befindet es sich an der Fassade des
Hauptgebäudes der
Technischen Universität Berlin. Die an einer solchen Hochschule
gegebene Nachbarschaft zu den Naturwissenschaften, namentlich
der Physik, hatte Reuter stets als Inspiration begriffen. Auch
jenseits eines umfassenden Verständnisses der Hauptsätze
der Thermodynamik lässt sich deren sinnliche Erfahrbarkeit
in den Gegensätzen von Chaos und Ordnung erfassen und symbolisch
darstellbar machen. Mit diesen Arbeiten tritt Reuter in eine neue
Schaffensperiode, bei denen immer stärker eine abstrakt-symbolische
Thematik und Formensprache die bislang an Reuters prononciert
gegenständliche Bezugswelt gewöhnten Kunstfreunde überrascht
und irritiert.
Güsse (ergänzt 31.01.07): Ein bronzenes Entwurfsmodell
(Breite 72 cm) wurde 1966 in der Galerie Gattlen in Lausanne ausgestellt.
(Titel „structures opposées“, Gussdatum 1964).
Ein weiteres Exemplar von zweien (Breite 55 cm, Stempel „H.
Noack Berlin“) befindet sich seit 1964 in Privatbesitz (Frankfurt/M.).
Für 1968 und 1983 ist je ein weiterer Guss in diesem Format
bei Barth/Rinteln verzeichnet.
Ausstellungen: (meist Arbeitsfotos und Modelle)
1966 Galerie A. Gattlen, Lausanne (Bronzemodell 72 cm)
1967 Weltausstellung Montreal
1968 Istanbul, Technische Universität
1969 Berlin, Haus am Lützowplatz (Gipsmodell, 55 cm)
1974 Inselgalerie Hamburg
1976 Sender Freies Berlin (Internationale Funkausstellung)
Literatur: Müller, M. „B Z“
Berlin 15.12.1963;
Endlich, S., Berlin 1990, S. 31, 32;
Ausst.-Kat. Lausanne 66, Istanbul 68, Berlin 69, Hamburg 74, Berlin
76 |
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auch „Der Rufer“
1963 (Ausst.-Kat. Lausanne 66)
59 cm x 28 cm
Bronze
Signatur: „E. F. R. I/V“
Stempel „BARTH RINTELN“
Die Armhaltung des männlichen Halbtorsos
lässt an einen imaginären Speer denken, mit dem der
mythische Jäger üblicherweise augestattet ist. Möglicherweise
stellt die Geste auch einen Zuruf dar, daher der andere Titel,
unter dem die Skulptur von der Stiftung für Bildhauerei im
Berliner Georg-Kolbe-Museum 1998 angeschafft wurde. |
| Mit dem alternativen Titel „Rufer“
war auch die Plastik „Prophet I“ (Kat. 13, 1949) zeitweilig
benannt. Die Plastik ist auf dem Umschlag des Kataloges der Galerie
Gattlen, Lausanne, abgebildet, und mit „Orion I“ betitelt.
Güsse (korrigiert 31. 01. 07): Bei der Gießerei R.
Barth sind zwei Güsse für 1965 verzeichnet, von denen
einer (mit Stempel „GUSS BARTH BERLIN“ und Signierung,
noch ohne Auflagenbezeichnung) 1998 über die Villa Grisebach
an die Stiftung für Bildhauerei verkauft wurde. Das Referenzstück
aus dem Nachlass des Künstlers mit dem Stempel "BARTH
RINTELN" ist mit der angebrachten Aufl.-Bez. "I/V"
ein späterer Guss (von 1983), der 1999 in eine private Sammlung
gelangte. Der Guss Nr. II/V entstand erst 1990 und fand sich im
Nachlass eines Berliner Arztes. Weitere Güsse zu der Auflage
wurden nicht festgestellt. Das Gussmodell ging 2001 durch Korrosionsschaden
verlustig
Ergänzung 31. 10. 2009: Einer der frühen Güsse
war seit 1968 auf der Grabstätte des prominenten Theatermannes
Jürgen Fehling angebracht, den Reuter 1955 porträtiert
hatte. (Ohlsdorfer Friedhof, Lage O 8, 225-226, siehe nebenstehende
Abb.) Am 14. Mai 1970 wurde die Skulptur gestohlen und ist seitdem
nicht wieder aufgetaucht.
Ergänzung 09. 11. 2011 Ein weiterer früher Guss tauchte
kürzlich in einem Auktionshaus am Tegernsee auf, ebenfalls
mit „BARTH BERLIN“ gestempelt, jedoch anders als die
anderen bekannten Güsse mit vollem Namenszug signiert (auf
der Plinthe). Es könnte sich um das Ausstellungsstück
von 1966 handeln, leider wurden Angaben zur Herkunft verweigert.
Ausstellungen, Auktionen:
1966 Galerie A. Gattlen, Lausanne
1998 Auktionshaus Villa Grisebach, Berlin (o. Aufl.)
1999 Wrangelschlößchen, Berlin (I/V)
2007 Auktionshaus Dannenberg, Berlin (II/V)
Literatur: Ausst.-Kat. Lausanne 66; Schoenfeld,
Helmut: Der Ohlsdorfer Friedhof, Bremen, 2006, Archiv des Museums
Friedhof Ohlsdorf. |
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1963 (Ausst.-Kat. Lausanne 66: "Orion
II", dort mit 1964 falsch datiert)
64 cm
Bronzeguss, ohne Stempelung
Das erste Beispiel für die eingangs beschriebene
„tektonische“ Arbeitsweise. Vorgeschnittenene Plättchen,
Stangen, Stifte und Schnitzel aus Wachs werden übereinander
geschichtet und durch Biegen den Konturen der Plastik angepasst.
Die Ergebnisse liegen weit entfernt von der bis dato vom Künstler
gewohnten „gegenständlichen“ Kunst. Dennoch ist
es nicht müßig, nach dem Grund für den Titel zu
suchen: ein kleiner „Orion“ ist - mehr als Anhängsel
- an dem Gebilde auszumachen. Eine Angabe, in welcher Gießerei
der Wachsausschmelzguss - als technisch bedingtes Unikat - angefertigt
wurde, findet sich nicht. Das abgebildete Objekt aus dem Nachlass
wurde 2004 im Auktionshaus Villa Grisebach vorgestellt.
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| Nachtrag Januar 2012: Ein kürzlich
aufgetauchter Ausstellungsprospekt zu einer Ausstellung der Berliner
Galerie Gerda Bassenge vom 13.09.1963 zeigt diese Arbeit unter
dem Titel „Orion I“. Demnach wurde der deutlich anders
gestalteten Arbeit mit der WVZ Nr. 105 anlässlich der Ausstellung
in Lausanne (1966, dort Titelbild des Kataloges) gleichfalls der
Titel „Orion I“ zugewiesen, und das hier vorliegende
Objekt mit der Zählnummer „II“ sinngemäß
weitergezählt.
Ausstellungen, Auktionen:
1963 Gal. G. Bassenge, Berlin
1966 Gal. A.Gattlen, Lausanne
2004 Auktionshaus Villa Grisebach, Berlin
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Höhe 64,5 cm
Signatur: E. F. Reuter
Bronze, Stempel „BARTH BERLIN“
Diese jüngere Gestaltung des Orionmotivs,
mit den beschriebenen „additiven Formen“ am ähnlichsten
dem bereits bekannten Werk Orion III, wurde im Oktober 2011 in
der Berliner Villa Grisebach vorgestellt. Im Ausstellungskatalog
der Galerie Gattlen (Lausanne 1966) war die Skulptur nicht verzeichnet.
Auch dieses Objekt wurde primär im Wachsmodell geformt, zum
Ziel eines unwiederholbaren Bronzegusses. |
Da die Gießerei
Richard Barth Berlin 1970 verließ, lässt sich ein Gussdatum
zwischen 1967 und 1969 annehmen (In der Auftragsliste lässt
sich der Guss nicht eindeutig zuordnen)
Möglicherweise war das Objekt ursprünglich (wie Orion
II und III) auf einer mitgegossenen Plinthe stehend angeordnet
gewesen, und ist später vom Künstler selbst in den Steinsockel
eingelassen worden. Dies könnte einer Verbesserung der Standfestigkeit
angesichts des relativ geringen Durchmessers der Plinthe Rechnung
getragen haben. |
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1964 (Kennzeichnung)
145 cm (112 A), 18 cm (112 B)
Bronze
Inschrift: „E.F.R. 1964-1988, II/V“ |
Die wuchtige Plastik
nimmt die Formensprache der präkolumbianischen Kunst der
Maya auf und wurde durch Eindrücke beim Besuch seines Bruders
WALTER REUTER in Mexiko inspiriert. Reuter hatte einige Male mit
dem Fotografen und bekannten Dokumentarfilmer die Ausgrabungsstätten
in der Provinz Yucatan aufgesucht.
Erstmals ausgestellt wurde das „Mädchen aus Mexiko“
1968 in der Technischen Universität Istanbul. Die ursprünglich
als Brunnenplastik konzipierte Arbeit wurde mehrfach verändert.
Seit 1993 befand sie sich im Hof des Schlosses Hasselburg bei
Altenkrempe/Holstein. 2004 wurde das schwergewichtige „Mädchen“
nach Berlin zurückgeführt und fand 2006 seinen Platz
im Skulpturengarten des Auguste-Victoria-Klinikums vis a vis von
Begas‘ Standbild der Namenspatronin.
Die Inschrift (1964-1988) bezieht sich auf das Datum des ersten
Modells und der letzten Änderung am zweiten, dem 1988 gegossenen
Objekt.
Der zuerst entstandene Bronzeguss in Lebensgröße (Hohlguss,
150 cm) konnte nunmehr (Dezember 2010) im Kunsthandel Irene Lehr
in Berlin besichtigt werden. Die auf früheren Aufnahmen frei
stehende Figur ist mit einer Bronzeplatte verschweißt (nicht
wie früher angegeben auf einem „Sockel“). Stempel
„GUSS BARTH BERLIN“ Nach aktuellen Recherchen lässt
sich als Gussdatum der 10.09.1966 feststellen. Die „Plastik
für das Europa-Center“ sei seinerzeit im benachbarten
Hilton Hotel aufgestellt worden (Anlass nicht mehr eruierbar).
Der Verbleib in den Jahrzehnten danach ist dunkel, bis das Werk
nun in die Hände eines Sammlers in Berlin übergehen
konnte.
Außer diesem Guss von R. Barth existiert nur ein weiterer
lebensgroßer Guss, der oben beschriebene Noack-Guss (dieser
ein Vollguss). Bei den sonstigen Güssen handelt es sich um
Kleinplastiken in 18 cm Höhe: (112 B) In Rinteln wurden zwischen
1985 und 1990 vier Exemplare mit dem Stempel „BARTH RINTELN“
gegossen, zwei davon mit Aufl-Bez. „E. F. R. I/V“
bzw. „II/V“ (beide in Privatbesitz). Zwei weitere
Güsse sind bei H. Noack verzeichnet (der letzte 1996).
Ausstellungen:
1968 TU Istanbul
1969 Haus am Lützowplatz, Berlin
1974 Inselgalerie Hamburg
1981 Retrospektive des NBK
1988 Verein Berliner Künstler
1991 Galerie L. Lange, Berlin
2010 Kunsthandel Irene Lehr, Berlin
Literatur: Ausst.-Kat. Istanbul 68, Berlin
69, Hamburg 74, NBK 81, VBK 88
von Möller, C., Berlin 1989 |
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| 1962
34 cm
Bronze
Signatur: „E. F. Reuter“
Stempel: „GUSS BARTH BERLIN“
Geänderte Datierung (persönliche Auskunft Nov. 2006)
Der amerikanische Dirigent MARK ANSTENDIG (geb.
1938) wohnte von 1959-69 als Stipendiat der Musikhochschule in
Reuters Atelier in Berlin-Grunewald und war dort auch als Fotograf
tätig. Ein Bronzekopf befindet sich im M.-Anstendig-Institute,
San Francisco. Ein weiteres Exemplar (mit Aufl-Bez. II/III) wurde
2003 über das Berliner Auktionshaus R. Dannenberg verkauft.
Ein dritter Guss verblieb im Nachlass.
Ausstellungen:
1966 Gal. A. Gattlen, Lausanne
1981 Retrospektive des NBK, Gal. Werner Kunze, Berlin
Literatur: Ausst.-Kat. Lausanne 66, NBK
81 |
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| Nr. 121bis |
Unbenanntes
Relief Nr. 8 |
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1966 (Kennzeichnung)
48 cm x 80,5 cm
Signatur: „E F R 66“
Stempel: „GUSS BARTH BERLIN“ |
Doppelzählung
wegen nachträglicher Aufnahme. Das abgebildete Relief wurde
uns erst 2007 vorgestellt, es entstammt dem Bekanntenkreis des
Künstlers. In den Gussaufträgen der Gießerei R.
Barth findet sich der zugehörige Auftrag nicht. Horizontal
und diagonal verlaufende dreikantige Balkenstrukturen werden von
vertikalen parallel verlaufenden, bis zu drei Zentimenter herausragenden,
schmalen und schafkantigen Graten gekreuzt.
Ein feines quadratisches Raster, das die ganze Fläche füllt,
ist unterlegt. Auch wenn die eingravierte Datierung in das gleiche
Jahr wie Reuters Aufenthalt in der Türkei fällt, handelt
es sich hier nicht um eines der „Anatolien-Reliefs“.
Es dürfte früher entstanden sein. Die besagten Grate
findet man auch in den Reliefs Nr. 121 bis Nr. 127. Insbesondere
fallen Ähnlichkeiten auf mit der Arbeit „Sakrale Struktur“
(Struktur I), Wvz-Nr. 121. Die Benennung einer auf den Künstler
zurückgehenden Titelvergabe ist zu diesem Relief derzeit
nicht möglich. |
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| Nr. 130bis |
Unbenanntes
Relief Nr. 9 |
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Maße: 3 m x 3 m
Bronze
(Ergänzung 04. 04. 2008) Das Relief (undatierter
Guss unbekannter Herkunft) ist in im formalen Aufbau noch nach
der Konzeption der „gegensätzlichen Strukturen“
angelegt. |
Manches ähnelt
auch schon den Gebilden in den Reliefs zum Thema Anatolien. Das
Relief befindet sich seit Mitte der 60er Jahre im Garten eines
Sammlers in Würzburg. |
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| Nr. 159 |
Landschaft
bei Ortahisar II |
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Nr. 159 C
Dieses Exemplar war im Dezember 2010 im Berliner Kunsthandel Irene
Lehr aufgetaucht. Im Unterschied zu dem bereits beschriebenen
Referenzexemplar Nr. 159 C mit identischen Maßen (27,5 cm
x 20 cm) und Auflagenbez. III/X von H. Noack ist dieser monogrammierte
Guss mit BARTH RINTELN gestempelt, und trägt keine Auflagenbezeichnung
(lediglich ein Signum „A“ eventuell „artist“
für Künstlerexemplar).
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Nr 159 D
Dieses im Dezember 2010 im Berliner Kunsthandel
Irene Lehr vorgestellte Exemplar ist monogrammiert und mit Aufl.-Bez.
VI/X versehen, eine Stempelung fand sich nicht.
Bei genauer Inspektion ist erkennbar, dass die
hervorragenden Strukturen, wie Grate und Zapfen, in Anzahl und
Anordnung dem unter Nr 159 C beschriebenen Anatolienrelief exakt
entsprechen, ebenso die ausgestanzten Vertiefungen. |
Auch die Oberfläche
mit ihren Mulden ist ähnlich. Einzig die Höhe von 24,3
cm ist um etwa 10 % abweichend. Wegen der weitgehenden Übereinstimmungen
liegt die Annahme nahe, dass es sich hier um ein weiteres Exemplar
aus der für die Berliner Gießerei Noack verfügten
Zehner-Auflage handelt. Möglicherweise war in die frühere
Angabe der Höhe des Noack-Gusses der Abstand bis zur Plinte
miteinbezogen gewesen. Andernfalls müsste von parallel angelegten
Guss-Serien zu zwei fast identischen Reliefarbeiten ausgegangen
werden (Ich halte eine unzutreffende Maßangabe dann doch
für wahrscheinlicher).
Fotos: Stephan Schiske |
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| 1968 (Gussdatum)
202 cm (Nr. 170 A)
33 cm (Nr. 170 B)
Bronze
Signatur: „E F Reuter“ (rechts unten)
Stempel: „BARTH BERLIN“
(Ergänzung 04. 04. 2008) Die Darstellung
der Schutzpatronin der Bergleute zeigt Anklänge an Reuters
Formensprache der 50er Jahre, etwa die Darstellung der „Galionsfigur“
(1959). Auftrag anlässlich der 200-Jahrfeier des Institutes
für Bergbau der TU Berlin. Es wurde auch ein Sonderstempel
der Bundespost mit Abbildung des Werkes erstellt.)
Güsse: Bei R. Barth sind für 1968 drei Güsse für
die „Barbara“ in 33 cm Höhe verzeichnet. Einer
davon konnte in der Berliner Galerie L. Lange besichtigt werden.
Außer Stempel und Signierung die Kennzeichnung „A“
(artist) und unleserlich „I/...“. Ein weiteres Exemplar
erschien 1995 im französischen Kunsthandel unter dem Titel
„Berliner Barbara“, ein drittes in der Sammlung eines
Berliner Anwaltes. Zusätzlich ein Guss unbekannter Herkunft
in einer Sammlung in Würzburg
Die Herkunft des in der Eingangshalle des Institutes befindlichen
überlebensgroßen Gusses ist nicht dokumentiert. |
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| Nr. 176 |
Relief für Fassade Kurfürstendamm 44 |
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| Relief für die Fassade des Geschäftshauses
Kurfürstendamm Nr. 44
1971 (Katalogtext NBK 1981)
Relief in ca. 10 M Breite
Modell 15 cm x 105 cm
Aluminium, Bronze
Ähnlich wie bei der dem Fassadenrelief
für den Sender RIAS eine Mischung aus plastischem Werk und
architektonischem Ornament, hier für die Fassade des inzwischen
abgerissenen Gebäudes der Sparkasse Schwäbisch Hall
am Kurfürstendamm 44. Zum Modell in den Maßen 15 cm
x 105 cm fand sich 2007 der abgebildete Bronzeguss unbekannter
Herkunft, an welchem sich die Formgebung der Reliefs mit Bezug
zu Landschaften Anatoliens wieder deutlich erkennen lässt.
Die ursprüngliche Konzeption der Arbeit ging, wie sich nun
ergibt, über die bloße dekorative Funktion eines architektonischen
Ornamentes hinaus.
Literatur: Damus, M., München 1979 |
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| wahrsch. Anfang 80er Jahre
27 cm x 36 cm
Bronzerelief
Signatur: „E F R II/V“
Geänderte Datierung (31. 01. 2007)
Das gegenständliche Bronzerelief mit der
kryptischen Inschrift „In der Dürre der Wüste“
zeigt eine knieende Person mit dem Zeigefinger zum Himmel zeigend.
(keine Abbildung verfügbar) Es wurde aus dem Betrieb der
Gießerei R. BARTH in Rinteln zurückgegeben. Dort lassen
sich zwei Gussaufträge mit dem Titel „Relief Kniender“
(1985 und 1988) zuordnen. Das Motiv des Himmelsdeuters erinnert
an die Reliefarbeiten „Mysterium der Astrologie“ von
1965. Die Veranlassung zum Rückgriff auf diese Thematik ließ
sich nicht eruieren. |
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| 1971 (Kennzeichnung am Modell)
179 A: h: 25 cm, b: 37 cm, horizontal
179 B: h: 40 cm, vertikal
Neusilber
Die Neufassung des Titels „Francesca da
Rimini“ (Liebespaar I von 1958, Kat. 61) liegt ebenfalls
in einer horizontalen Version A und in einer vertikalen Version
B vor. Das Paar wurde vom Hintergrund freigestellt und erscheint
nun übersichtlicher, entmaterialisiert. Der seinerzeit als
provokant empfundene „Tangoschritt“ wurde beibehalten.
Bei der horizontalen Version scheint das zum ewigen Geschlechtsakt
verdammte Paar durch Raum und Zeit zu schweben.
Güsse: (Ergänzung 31.01.2007): Version A: Ex I (sign.
„71, E. F. R“ Unterseite links, mit Aufl.bez. „I/V“)
und Stempel „H. Noack“ wurde 1999 im Berliner Wrangelschlößchen
ausgestellt und befindet sich im Besitz eines Kunsthändlers.
Das abgebildete Exemplar aus der Gießerei Barth/Rinteln
mit der Auflagenbezeichnung III/V stand von 1991-93 in der Galerie
L. Lange Berlin und wurde dann vom Nachlass 2002 über die
Villa Grisebach an eine Privatperson verkauft. Nr. IV ebenfalls
in Berliner Privatbesitz. Bei Barth/Rinteln sind drei Güsse
verzeichnet zwischen 1975 und 1983. Version B: Ex. I/V von 1975
(Barth Rinteln) Ex. II/V (Guss 1983) fand sich in der Sammlung
einer Berlinerin. Weitere Güsse nicht verzeichnet. |
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GUSS BARTH RINTELN.
Auflage: I/V
Bislang unbekannt gebliebene Neufassung zum
Thema „Liebespaar“ in 17 cm Höhe. Ein Bezug zu
der Dante-Figur Francesca da Rimini ist hier wohl nicht impliziert.
Die Darstellungsweise ist kaum stilisiert und ähnelt eher
den wieder mehr figurativ gehaltenen Arbeiten im Spätwerk.
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In der Auftragsliste
von Barth könnte am ehesten die Eintragung „1 Gruppe
Liebespaar IV“ (27.07.1974) zugeordnet werden. Weitere Güsse
zu dieser Auflage nicht verzeichnet.
Die Arbeit wurde im Januar 2011 in der Berliner Kunsthandlung
Irene Lehr erstmals vorgestellt und stammt wohl aus dem Nachlass
eines Berliner Verlegers.
Foto:Stephan Schiske |
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auch „Buchleser“
1973-81 (Auftragsliste H. Noack)
193 A: Kleinstplastik 3 cm x 6 cm
Bronze oder Silber
193 B: lebensgroß
Bronze
Die Darstellung eines lesenden Knaben als Kleinplastik
war in großer Stückzahl als Werbegeschenk eines Buchclubs
vorgesehen. Für 1973 sind zwei Silbergüsse bei H. Noack
verzeichnet. In größerer Stückzahl wurde die Kleinstplastik
in Bronze oder Silber von der Berliner Goldschmiedewerkstatt Tauchnitz
hergestellt.
Güsse: Die lebensgroße und naturalistischer
angelegte Version wurde auf der von Reuter entworfenen Grabstelle
des 1972 verstorbenen Schriftstellers C. W. CERAM (Kurt Marek,
Friedhof Hamburg Ohlsdorf) aufgestellt. Unter dem Titel „Lesender
Jüngling“ wurde ein weiterer Guss 1988 (laut angebrachtem
Schild) von der Treuhandelsgesellschaft AG Berlin für den
Neubau des Rathauses im schwäbischen Schorndorf gestiftet.
Seitdem ist der ungestempelte Bronzeguss Bestandteil des „Schorndorfer
Skulpturen- rundganges“. Ein dritter Guss verblieb bei einem
der Stifter, ein vierter bei einem Anwalt in München.
(Ergänzung Mai 2009) Ein fünfter Guss befindet sich
seit 1981 in der Chefetage des Gruner und Jahr-Verlages.
„Erich Reuters Lesender Jüngling spielt mit dem Material.
Aufgehoben ist das Gewicht der Bronze, die Skulptur mehr eine
Lineatur im Raum denn plastische Behauptung. Die Haltung, das
Buch in der Linken, mit der rechten Hand das rechte Knie umfassend,
ist uns Heutigen eher Erinnerung, ein Motiv aus Badesee-Zeiten.
Den Lesenden lässt dies ungerührt, wei§ er sich
doch im Blickpunkt auch oder gerade in seiner scheinbar selbstverständlichen
Nebensächlichkeit. Eine bewusste Rohheit der Körperoberfläche
ist ja zu entdecken, Andeutung jenes Unvollkommenen,das den Menschen
zu Wunsch- und Idealbildern drängt, wie sie zuletzt auch
das Buch offeriert.“(N. Forstbauer)
(Ergänzung Februar 2011) Ein bislang unbekannter Guss in
55 cm Höhe aus der früheren Gießerei W. Füssel
(Berlin) wurde im Dezember 2010 in der Berliner Galerie Irene
Lehr ausgestellt.
Literatur: Biewald, D., Berlin 1977;
Forstbauer, N., Schorndorf 2001; Schoenfeld, Helmut: Der Ohlsdorfer
Friedhof, Bremen, 2006
Foto links:Stephan Schiske |
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| auch „Tor der Arbeit“
1973 (Gussauftrag)
73 cm
Bronze
Die Arbeit war Entwurf für einen Wettbewerb
für den Neubau der Bundesanstalt für Arbeit. Er ist
zwar in der Schaffensperiode der „Raumtore“ entstanden,
entspricht aber mit dem eher zweidimensionalen Aufbau nicht der
eingangs charakterisierten Konzeption. Interessant sind kleine
eingravierte Zeichen und Symbole aus der Wissenschaft und mit
Bezügen zum Arbeitsalltag im Atelier. Eine Signierung fehlt
hingegen.
(aktualisiert 12. 07. 07) Ein Bronzeguss von H. Noack Berlin verblieb
im Nachlass, ein zweiter in der Sammlung eines Berliner Anwaltes,
ein dritter bei einem Berliner Architekten.
Ausstellungen:
1982 Große Berliner Kunstausstellung
1990 Foyer der Berliner Bank
1999 Wrangelschlößchen Berlin |
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| 1974 (Gussliste H. Noack)
201 A: 16 cm, „Kleiner Esel“
201 B: lebensgroß
Bronze
Signatur: „E F R“
Stempel: „GUSS BARTH RINTELN“
Nummerierung Plinthe seitlich am Referenzstück „IV“
Die einen lebensgroßen Esel darstellende
Skulptur war eine Auftragsarbeit für die Gestaltung eines
Platzes in Salzgitter. (Guss von R. Barth/Rinteln 1978). Es wurden
1974 zwei Esel als Kleinplastiken bei H. Noack in Berlin und zwischen
1975 und 1989 noch weitere 16 „kleine Esel“ in Rinteln
gegossen, die nicht durchgängig nummeriert sind, ein Objekt
davon in Silber (1989). |
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| Nr. 216 |
Denkmalsentwurf Konrad Adenauer |
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| 216 A: mit runden Stäben
216 B: mit flächigen Formen
1976-80
60 cm
Neusilber, Bronze
Bei der Ausschreibung eines Wettbewerbes für
ein Denkmal anlässlich des hundertsten Geburtstages KONRAD
ADENAUERS hatte man an eine Porträtbüste oder an ein
Standbild gedacht, in der Art wie jüngst eines in Berlin
enthüllt wurde. Reuter hatte hier diesen naheliegenden Weg
nicht beschritten, sondern das Monogramm des ersten Kanzlers der
Bundesrepublik Deutschland „K A“ zu einer ungegenständlichen
Plastik umgesetzt. Es entstanden zwei unterschiedliche Versionen,
die 1979 und 1980 bei R. Barth gegossen wurden. Eine davon gelangte
in das Museum für Deutsche Geschichte (216 B), die andere
verblieb im Nachlass. |
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| auch „Königspaar“
1981 (Ausst.-Kat. NBK 81)
150 cm
Neusilber
sign. „E F R“
Die eindrucksvolle Stelengruppe stellt die Wiederbearbeitung
zweier Motive dar, die bereits 1968 in Istanbul als Gipsmodelle
zu sehen waren, noch nicht als Gruppe verbunden und daher einzeln
benannt „Pan“ und „Kybele“ (Kat. 163).
Die Kulte und auch die Darstellungen der Kybele und der Artemis
überschneiden sich in Kleinasien. Daher verkörpert aus
Reuters Sicht auch Artemis, als „Urgöttin der Natur“
das beschützende weibliche Prinzip, dem als Gegenpol die
archaische Wildheit des „ewig geilen Gottes“ Pan gegenübersteht.
Zusammen bilden sie eine harmonische Einheit, das „älteste
Liebespaar“ (zitiert bei C.v. Möller).
Güsse (Datum korrigiert 31.01.2007): 1981 wurde der erste
Bronzeguss von H. Noack Berlin in der Galerie W. Kunze ausgestellt,
1982 abermals bei der Einzelausstellung in Riga. Nachdem eine
geplante Aufstellung bei der Neuen Nationalgalerie in Berlin nicht
zustandekam, gelangte die Arbeit zu einer Galeristin in Zürich.
Zwei weitere Güsse erfolgten bei Noack 1987 und 1992 (beide
bei Sammlern in Berlin) Ein vierter Guss 1992 bei der Gießerei
W. Hann in Altlandsberg ging an ein Berliner Architekturbüro.
Ausstellungen:
1981 Neuer Berliner Kunstverein
1982 Einzelausstellung in Riga
1988 Verein Berliner Künstler
1991 Galerie L. Lange, Berlin
1999 Wrangelschlößchen, Berlin
Literatur: von Möller, C., Berlin
1989
Ausst.-Kat. NBK 81, VBK 88 |
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| 1982 (Ausst.-Kat. VBK 88)
95 cm
Bronze
Der Grund für die Neubearbeitung dieses
Motives, das bereits 1972 nicht sehr viel Beachtung fand, ist
nicht klar, zumal die Schaffensphase, die sich den figürlichen
Plastiken mit „additiven Formen“ widmete, abgeschlossen
war. Der 1983 bei Barth Rinteln entstandene Bronzeguss wurde 1986
und 1988 im Verein Berliner Künstler ausgestellt und verblieb
im Nachlass.
Literatur: Ausst.-Kat. VBK 88 |
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| 1985 (Literaturangabe)
15 cm
Bronze
Signatur: „E F R“
ungestempelter Guss von R. Barth/Rinteln.
Die lebensgroß geplante Gruppenplastik
war ein Wettbewerbsentwurf für eine Brunnenanlage im denkmalgeschützten
Gründerzeit-Ensemble „Riehmers Hofgarten“ in
Berlin-Kreuzberg, den Reuters Kollege G. Fehrenbach gewann. Nach
anfänglicher Zustimmung zu Reuters Entwurf hieß es
dann, die (nach einem klassischen Berliner Arbeiterbezirk benannten)
Frauengestalten würden berufstätige Männer auf
dem morgendlichen Weg zum Arbeitsplatz zu sehr irritieren.
Drei Güsse für 1985 bei R. Barth (Rinteln) verzeichnet.
Literatur: Richter, B. Werkstattgspräch
bei Gerson Fehrenbach, Berlin, 1992 |
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| 1986 (Gussliste R. Barth)
30 cm x 100 cm
Bronze
Signatur: „E F R“ (untere Rückenpartie auf jeder
Sitzfigur)
Stempel: „GUSS BARTH RINTELN“
Die Gruppenplastik besteht aus fünf männlichen
sitzenden Figuren, die auf einer länglichen Metallplatte
befestigt sind. Es liegt eine Wiederaufnahme der persönlichen
Modellierhandschrift und Formensprache aus den frühen 60er
Jahren vor. Die Sportler auf der Bank nehmen interessiert wartend,
in einer gleichsam abgeklärten Haltung, Anteil am Geschehen.
Der erste Guss von Richard Barth/Rinteln (1986) wurde auf den
unten gelisteten Ausstellungen gezeigt und ging 1993 an den Künstler
zurück. Der Verbleib eines zweiten Gusses, der für 1988
in der Auftragsliste von H. Noack verzeichnet ist, konnte nicht
geklärt werden. Die Gussformen blieben erhalten.
Ausstellungen:
1988 Verein Berliner Künstler
1991 Galerie am Kornhaus, Bremgarten (Schweiz)
1991 Galerie Ludwig Lange, Berlin
2006 Verein Berliner Künstler, Berlin
Literatur: Ausst.-Kat. VBK 88, Keel,
N. „Bremgartener Anzeiger“ 30.05.1991,
Meichsner, „Berliner Morgenpost“, 16.02.2006 |
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| auch „Der Tod des Pegasus“, „Der
gestürzte Pegasus“
1985-91 (Kennzeichnung)
22 cm (246 A), 3-4 Meter (246 B)
Bronze
Der 1991 vollendete vier Meter hohe Bronzeguss
kann als letzter Höhepunkt in Reuters Schaffen gesehen werden.
Das Gipsmodell ist laut Datierung schon 1985 entstanden. Das Thema
hatte ihn seit Jahrzehnten beschäftigt. Angestoßen
durch ein Diktum Theodor W. Adornos „...es ist barbarisch,
nach Auschwitz jemals wieder ein Gedicht zu schreiben“ (1951),
versuchte er diesen für ihn auch anderweitig sich offenbarenden
Untergang der Dichtkunst im Sterbeprozess ihres allegorischen
Wesens, des geflügelten Rosses darzustellen. Der expressive
Gestus in der Haltung des Kopfes und des aufgerissenen Maules
drückt nicht panisches Entsetzen aus, sondern einen schreienden
Protest gegen Sprachverwilderung und Sinnentleerung in einer Konsum-
und Warenwelt. (H. Evangelatos)
Der „Pegasus“ steht überlebensgroß seit
1991 auf dem Vorplatz der Galerie am Kornhaus (der Züricherin
Alice Nyvltova) im Schweizerischen Bremgarten, gestiftet von einem
ansässigen Handwerksmeister.
1985 wurden bei H. Noack zehn signierte Bronzegüsse in 22
cm Höhe gefertigt, die alle in private Hände gingen.
Bei diesen Güssen steht der Pegasus mit gerecktem Hals und
hinten eingeknickten Beinen auf einer Platte. Sie ist beschriftet
mit „DER TOD DES PEGASUS“. Exemplar Nr. I/VI wurde
1986 in der Berliner Galerie L. Lange augestellt. Bei R. Barth
(Rinteln) sind zwischen 1985 bis 1990 acht weitere Gussaufträge
verzeichnet.
Literatur: Evangelatos, H., Bremgarten,
1991
Keel, N.: „Bremgartener Anzeiger“, 30.05.1991
Leonhard, E. „Berliner Zeitung“ 19.11.1997 |
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| Nr. 247 |
Porträt
Klaus Oberwelland |
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1988 oder 1992 (pers. Angabe)
Lebensgroß
Bronze
Der in Westfalen geborene Industrielle Klaus
Oberwelland (1938-2003, Storck Süßwaren) hatte auf
seinem Grundstück an der Berliner Havel einen privaten Skulpturenpark
angelegt, in dem die Größen der Berliner Bildhauerei
eindrucksvoll vertreten sind. Er stand über den Galeristen
Ludwig Lange mit Reuter in Beziehung. |
Eine Stempelung des
Gusses konnte nicht gefunden werden. Wahrscheinliches Gussdatum
1992 bei H. Noack. Die Porträtsitzung dürfte früheren
Datums anzusetzen sein (eventuell 1988 anlässlich des 50.
Geburtstages). |
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Nicht datierbar
26 cm x 96 cm
Kunststein
Monogrammiert „E F R“
(an der Fußsohle) |
Ergänzung 27.
04. 07: Die früheste Version dieser vermutlich als Gartenskulptur
konzipierten Darstellung eines auf der Seite liegenden Mannes
hatte sich zeitweilig im Vorgarten von Reuters Landsitz in Stolpe
befunden, vom Künstler eher beiläufig als „liegender
Hirte“ tituliert. Ein nicht datierbarer und unsignierter
Steinguss mit dem Titel „Liegender Mann“ wurde 2000
im Berliner Auktionshaus Leo Spik von einem ansässigen Antiquitätenhändler
erworben und unmittelbar weiterverkauft, sodass die Arbeit in
der Bestandserfassung für das Werkverzeichnis nicht berücksichtigt
werden konnte. Eine Abbildung war nicht verfügbar. Aufgrund
der mündlichen Beschreibung kam nur jener „Hirte“
in Betracht, zumal Steingüsse nur selten in Reuters Oeuvre
anzutreffen sind. (vgl. hierzu den Absatz im Einleitungskapitel
im Druckwerk)
Zwei unlängst vom Nachlass veranlasste und nunmehr monogrammierte
Abformungen zu dem Thema sind unterschiedlich in ihrer Oberflächenbearbeitung:
bei einem Exemplar ist sie poliert, bei dem anderen aufgerauht.
Das abgebildete Exemplar ist derzeit in der Galerie Bremer zu
besichtigen. |
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Nachträge zum Literaturverzeichnis |
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| Boenisch, Peter: Wer Berlin hat, hat Deutschland
in: „Berliner Illustrierte, Sonderheft 1961“, Ullstein
Verlag, 1961 Berlin
Eltzel, Birgitt: Platz der Windsbraut in: „Berliner
Zeitung“ 18.07.2006
Schwibbe, Ingeburg: Platz der Windsbraut in:
„Berliner Woche“ 12.07.2006
Z. Y: Windsbraut im Fliegerviertel in „Berliner
Moregnpost“ 08.07.2006
Neidigk, Dagmar: Einweihung „Platz der
Windsbraut“ In: „Stadt und Land“ 07.07.2006
Wellmann, Marc: Bernhard Heiliger 1915-1995,
Berlin, 2005, S. 126, 130, 168
Kotschenreuther, Hellmut: in Verein Berliner
Künstler, Berlin, 1991, S. 132, 147
Matthies, Bernd: über Porträtbüste
Ernst Reuter in: Der Tagesspiegel vom 15.12.2005, Berlin
Tomisch, Jürgen: Denkmale in Berlin - Bezirk
Mitte, Petersberg, 2005, S. 118, 121
N. N. Kunst am Flughafen Berlin-Tegel. Bilder
- Skulpturen - Plastik. Berliner Flughafen Gesellschaft mbH (Herausgeber),
Berlin, 2005
Meichsner: Groll auf die Abstrakten, Morgenpost.
Februar 2006
Weingartz, Hans: Skulptur in Bonn, Kunstwerke
im öffentlichen Raum – 1950 bis heute, Bonn, 2007,
www.pass-weingartz.de/skulptur.htm |
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Nachträge zum Abbildungsnachweis |
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| Seite 63, Kortner im Atelier Erich F. Reuters
Das 1957 aufgenommene Foto stammt von Heinz Köster (1917-67)
und erschien als Ausschnitt im Katalog „Erich F. Reuter
1948-1960“. Köster fotografierte Filmschauspieler und
Prominente, er galt mit dem von ihm erfundenen „Kamerageweih“
als der Glamourfotograf im Berlin der 50er Jahre. 2010 wurde er
in einer Publikation des Stern gewürdigt. Das Originalfoto
in Reuters Atelier ist (unbeschnitten) erhältlich, zusammen
mit anderen Kortnermotiven beim Antiquariat
Riepenhausen. Kösters Nachlass wird in der Deutschen
Kinemathek betreut. |
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